Messen laufen nach monatelangem Lockdown wieder an

03.08.2021 Der Lockdown hat im ersten Halbjahr 2021 für Leere in den Messehallen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gesorgt. Jetzt läuft das Geschäft wieder an - wenn auch mit einigen Unsicherheiten.

Eine Straßenbahn fährt vor der Glashalle der Messe Leipzig entlang. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Messegeschäft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen läuft mit gebremsten Schwung wieder an. In allen drei Ländern stehen bis Ende des Jahres noch zahlreiche Messen, Tagungen und auch Events wie Konzerte in den Terminplänen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Allerdings sehen die Messebetreiber noch viele Fragezeichen und rechnen eher zögerlich mit einer Normalisierung des Geschäftes.

In Sachsen sind seit Juni wieder Messen und Kongresse erlaubt. Die Leipziger Messe hat dieses Jahr rund 120 Veranstaltungen im Terminplan stehen. Dies sei ein Drittel eines normalen Jahres, erklärte Sprecher Andreas Knaut. Wie nach der Zwangspause 2020 geht es auch in diesem Jahr im September wieder mit den Messen Cadeaux und Midora sowie Floriga Autumnal los. 2021 werde erneut ein sehr schwieriges Jahr. Derzeit werde nur noch mit einem Drittel des sonst üblichen Umsatzes gerechnet.

Aussteller und Veranstalter seien verunsichert. Die Politik müsse endlich Planungssicherheit für die Messe- und Kongresswirtschaft schaffen, forderten die Leipziger. Die Regeln müssten bundesweit einheitlich sein. «Wir setzen für 2022 auf eine zunehmende Normalisierung des Messe- und Kongressgeschäfts. Das Geschäftsmodell bleibt intakt.»

Die Messe in Dresden plant in diesem Jahr rund 60 Veranstaltungen - halb so viele wie vor Beginn der Pandemie. Zudem nähmen weniger Menschen daran teil, wie Geschäftsführer Ulrich Finger mitteilte. Die Messe Dresden werde dementsprechend auch nur die Hälfte Jahresumsatzes erwirtschaften, rund 3,5 Millionen Euro. «Das Problem ist im Augenblick die Zurückhaltung der Veranstalter», erklärte Finger. «Aufgrund der in der nächsten Zukunft nicht wirklich abzuschätzenden Hygieneanforderungen erreichen uns derzeit fast nur Anfragen für kleinere Veranstaltungen mit geplant weniger Besuchern.»

Für das Jahr 2022 erwartet Finger eine schrittweise Normalisierung. Ein Niveau wie vor Corona werde aber wahrscheinlich erst 2023 oder gar erst 2024 erreichbar sein, so Finger.

Die Messe Erfurt GmbH hat für 2021 insgesamt 88 Messen, Kongresse und Events auf dem Terminplan. Im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es 187, voriges Jahr noch 124. Die Durchführung sei in nächster Zeit «noch mit vielen Fragezeichen versehen, da immer noch Änderungen in der Genehmigungspraxis speziell bei Großveranstaltungen erwartet werden müssen», erklärte Sprecherin Isabell Schöpe. Die langen Vorlaufzeiten von mindestens sechs bis zwölf Monaten erschwerten das Wiederanlaufen des Messegeschäfts.

Für die Zukunft gehen die Erfurter davon aus, dass Messen als Austauschplattform für den persönlichen Kontakt eine wichtige Rolle spielen werden. «Besucher und Aussteller sehnen sich nach Live-Begegnungen», so Schöpe. Regionale Messen würden schneller wieder aufleben als große internationale Veranstaltungen. Durch die vielen Verschiebungen 2020 und 2021 jage zudem im Konzertbereich nächstes Jahr ein Event das nächste.

In Magdeburg stehen ab August sechs Veranstaltungen im Messekalender. Zwei davon - die Bildungsmesse Perspektiven (24./25.09) und die Magdeburger Angeltage (06./07.11) - sind eigene Messen der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH (MVGM). Bei den anderen ist sie Vermieter der Hallen. Die zwei für September geplanten Messen Herbstgeflüster und Aktiv & Gesund wurden dagegen abgesagt.

«Als Messeveranstalter und Betreiber von Veranstaltungsstätten schauen wir besorgt auf den Herbst und mögliche neue Einschränkungen», erklärte MVGM-Geschäftsführer Steffen Schüller. «Die Veranstaltungswirtschaft hat immer darauf hingewiesen, dass Veranstaltungen unter Einhaltung von Hygienekonzepten verantwortungsbewusst durchgeführt werden können. Wir erhoffen uns von der Politik deshalb eine Zurückhaltung bei erneuten Veranstaltungsverboten.»

Die Halle Messe bereitet derzeit «normal und planmäßig» Veranstaltungen für das erste Quartal 2022 vor. «Die Akzeptanz seitens der Aussteller ist sehr gut, zu lange musste auf Präsenzveranstaltungen verzichtet werden», erklärte Sprecherin Sarah Burkhardt. Onlineformate als Ersatz hätten vielerorts nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Bis Ende des Jahres stehen in Halle noch zahlreiche Veranstaltungen im Kalender - von einer Tattoo Convention bis zum Trödelmarkt. Nur für die SaaleMesse im Herbst sei das Ende des Veranstaltungsverbotes zu spät gekommen. Die Zeit zur Vorbereitung wäre zu knapp geworden, so Burkhardt.

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