Lewandowski will jetzt den alleinigen Torrekord

17.05.2021 Robert Lewandowski will bei der Jagd nach dem alleinigen Torrekord in der Fußball-Bundesliga keine Chance auslassen und für den 41. Saisontreffer auch einen Elfmeter in der 90. Minute schießen.

Bayern-Stürmer Robert Lewandowski hofft auf Treffer Nummer 41. Foto: Andreas Schaad/AP-Pool/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Ich würde in dieser Situation zum Elfmeter antreten», sagte der Stürmer des deutschen Meisters FC Bayern München der «Bild»-Zeitung. Am Samstag hatte der Pole die Bestmarke von 40 Toren in einer Spielzeit durch den 1974er Weltmeister Gerd Müller aus der Saison 1971/1972 eingestellt. «Gerd Müller hat so viele Rekorde. Zudem ist er selbst ein ehrgeiziger Torjäger gewesen - ich glaube, er würde es verstehen, dass ich den Ball nehme und mir den Rekord sichere. Außerdem hat er seinen 365-Tore-Rekord in der Liga, den ich sicher nicht holen werde», sagte der 32-jährige Lewandowski.

Trainer-Legende Jupp Heynckes (76) beglückwünschte Lewandowski zu dessen Rekordmarke. Für den früheren Fußball-Profi und Coach aber ist der Pole deshalb noch nicht der beste Stürmer der Geschichte hierzulande. «Auch wenn ich Vergleiche grundsätzlich ablehne - Pelé und Diego Maradona waren zu ihrer Zeit einzigartig, in den 2010er Jahren Lionel Messi und Cristiano Ronaldo Giganten -, so bleibt Gerd Müller doch der größte Torjäger der Bundesliga und Deutschlands. 365 Liga-Treffer sowie 68 Tore in 62 Länderspielen sind Beleg dafür», schrieb Heynckes in einer Kolumne im «Kicker».

Heynckes hatte mit Müller noch zusammengespielt, sie waren unter anderem 1974 Weltmeister geworden. «Er hatte ein Timing, eine Antizipationsfähigkeit und einen Torinstinkt wie sonst keiner», schrieb Heynckes. «Mit seiner Beweglichkeit, seinen Drehungen und der Art, wie er mit dem Rücken zum Tor, mit seinem breiten Hintern und den strammen Oberschenkeln, den Ball behauptete, war er phänomenal, ein Genie. Und das Großartigste, was Gerd hinterlassen hat, sind die Emotionen, die er auslöste.» Müller habe es verstanden, «Gefühle und Stimmungen zu wecken. Er hat die Menschen berührt.»

Lewandowski fehle «die extrovertierte Attitüde», wie sie Müller auszeichnete. Der 32-Jährige, der in der Saison 2017/18 von Heynckes trainiert worden war, sei ein «eher kontrollierter Typ, der sich mittlerweile geöffnet und sein Verhalten den Gegebenheiten und Anforderungen in München angepasst hat», findet Heynckes. «Heute geht er auch mit Worten und Gesten voran, mit seiner Haltung. Vor allem aber überzeugt dieser Topstürmer mit seiner Leistung. Ein Spieler mit dieser Professionalität, mit diesen Ambitionen, begeistert mich.»

© dpa-infocom GmbH

Weitere News