«Generalprobe» - Hockey-Teams nutzen EM als Olympia-Test

03.06.2021 Die deutschen Hockey-Nationalteams treten bei den Europameisterschaften in Amsterdam ganz bewusst schon mit ihren Olympia-Kadern an. Einspielen für die Spiele lautet die Devise.

Bundestrainer Kais Al Saadi: «Die Jungs können jetzt ohne Nominierungsdruck zeigen, was sie drauf haben.». Foto: Frank Uijlenbroek/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Titel ist Nebensache. Für die deutschen Hockey-Teams geht es bei der EM in Amsterdam darum, sich für Olympia einzuspielen. Erst zum Saison-Höhepunkt in Tokio wollen sie auf Topniveau sein.

«Das ist die perfekte Generalprobe», sagt Damen-Bundestrainer Xavier Reckinger. Dass sich die Teams unter Wettkampfbedingungen optimal auf Tokio vorbereiten können, sei «ein Geschenk, auch wenn wir vielleicht noch nicht alles zeigen werden».

Herrencoach Kais al Saadi erläuterte: «Die Jungs können jetzt ohne Nominierungsdruck zeigen, was sie drauf haben. Es steht keine Bedrohung mehr im Raum, bei Schlechtleistung fallen gelassen zu werden.» Während seine Herren bereits an diesem Freitag (17.00 Uhr) auf Außenseiter Wales treffen, starten die Damen erst am Sonntag (12.45 Uhr) gegen Belgien ins Turnier.

WM-Tickets für 2023 zu vergeben

Weitere Vorrundengegner der Herren sind Gastgeber Niederlande (Sonntag/15.00 Uhr) und Frankreich (Dienstag/14.45 Uhr). Die ersten beiden jeder Vierergruppe ziehen ins Halbfinale ein. Damit wäre zugleich das WM-Ticket gelöst, denn die Top Fünf qualifizieren sich direkt für Indien 2023. «Wir können hier Erfahrungen sammeln, wie Gegner unter Druck reagieren», sagte Torwart Alexander Stadler, der mit seinen 21 Jahren überraschend Stammkeeper Victor Aly verdrängt hat. Bundestrainer al Saadi bescheinigt seinen Männern aktuell ein Niveau von «60, 65 Prozent, wo wir zu Tokio hinwollen».

Die Damen treffen neben Belgien in der Vorrunde auf England (Montag/17.00 Uhr) und Italien (Mittwoch/14.45 Uhr). «Großbritannien ist auch Gruppengegner in Tokio», sagte Verteidigerin Viktoria Huse. «Gegen Italien haben wir das Olympia-Ticket geholt.» Nach der Nicht-Nominierung von Spielführerin Janne Müller-Wieland wird das Team nun auf der Kapitänsposition rotieren.

«Ich bin mir sicher, dass das hier die beste Truppe ist», sagte Reckinger. Auch das WM-Ticket 2022 hat der Belgier fest im Visier: «Ich gehe davon aus, dass wir das schaffen.» Dafür muss sein Team mindestens EM-Dritter werden. Sollten die Niederlande und Spanien ebenfalls Podiumsplätze belegen, reicht sogar ein Abschluss in den Top Fünf.

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