37. America's-Cup: Neuseeland prüft historische Verteidigung

16.06.2021 Zum zweiten Mal in der Geschichte des America's Cup könnte der Segel-Klassiker nicht in den Gewässern des Titelverteidigers über die Bühne gehen. In Neuseeland gibt es Ärger.

Die Crew des Emirates Team New Zealand feiert den Sieg des America's Cup. Foto: Andrew Cornaga/Photosport/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

America's-Cup-Gewinner Neuseeland könnte fremdgehen. Das Emirates Team New Zealand prüft eine Cup-Verteidigung in Übersee-Gewässern.

Zuvor war in der 170-jährigen Geschichte des Segel-Klassikers nur die Schweiz diesen Weg gegangen. Die Eidgenossen mussten 2007 auf den in der Stiftungsurkunde von 1852 festgelegten Heimvorteil verzichten, weil sie als von Land umgebene Nation nicht über ein geeignetes Revier mit Meerzugang verfügen. Der 32. America's Cup fand daher in Valencia statt.

Der Öffnung für eine Cup-Verteidigung außerhalb Neuseelands waren dreimonatige Verhandlungen mit der Regierung vorangegangen. Diese hatte rund 80 Millionen Euro in den 36. America's Cup investiert, der am 17. März mit einem Sieg für die «Men in Black» endete. Zusätzlich hatte die Stadt Auckland etwa 65 Millionen Euro in die Infrastruktur gesteckt.

Noch keine Einigung

Für die Verteidigung im 37. America's Cup konnte zwischen Politik und Sport bislang jedoch keine Einigung über das finanzielle Engagement erzielt werden. Premierministerin Jacinda Ardern sagte dem «New Zealand Herald»: «Wir haben unser Bestes getan. Aber es hat auch Grenzen, was wir tun können.» Aaron Young, Kommodore des verteidigenden Clubs Royal New Zealand Yacht Squadron, meinte: «Es wäre eine beispiellose Leistung, den America's Cup dreimal in Folge zu gewinnen. Den Cup nach Übersee zu tragen, könnte uns die beste Chance bieten, genau das zu tun.»

Über den möglichen Übersee-Austragungsort kursieren seit dem 17. März Gerüchte. Die «Kiwis» hatten direkt nach ihrem Sieg eine erste Herausforderung des britischen Teams um den viermaligen Olympiasieger Sir Ben Ainslie angenommen. Hinter dessen Rennstall steht in Sir Jim Ratcliffe einer der vermögendsten Briten. Der Gründer des Chemiekonzerns Ineos könnte sogar ein exklusives Cup-Duell zwischen Neuseeland und England in britischen Gewässern finanzieren. Das Mutterland des America's Cup, wo die erste Cup-Regatta 1851 stattfand, konnte die Trophäe bislang nie gewinnen.

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