Hype!

12.02.2021 Tolle Sache: Badesachen an, Pudelmütze auf und rein ins nächste Gewässer. Oder man trägt zuhause im Warmen Dinge hin und her.

© picture alliance / dpa / Fotostand / Fritsch

So. Ich bin ernsthaft sauer. Diese Woche wollte ich zum ersten Mal in meinem Leben im Winter draußen schwimmen; in Alster oder Elbe, weil die Bäder zu sind und ich endlich mal wieder was Wagemutiges machen wollte. Gaaanz weit vorn, Madame, dachte ich, du bist schon ein toll exzentrisches, leidenschaftliches Weib. Und dann lese ich: Eisbaden ist DER aktuelle Hype, sozusagen das neue Ausgehen, und dass die Leute im Freien schwimmen gehen, weil jede Sekunde Kälteschmerz bestätigt, dass man noch am Leben ist. Hallo-ho?! Das war MEINE Idee! Kann ich EINMAL in meinem Leben einen schrägen Gedanken haben, ohne dass ihn irgendwer vor mir verwirklicht? Passt mir jedenfalls alles gar nicht, hab‘ ich mir komplett anders vorgestellt.

Hübsch verärgert schnell zurück aufs Sofa zum TV. Ich sehe mittlerweile nur noch Filme, die konkret etwas mit meinem Leben zu tun haben. Perfekt: „Die Mutantenschwestern Nele und Doris werden nach dem Tod ihrer Mutter zu Rivalinnen. Um den Tod ihrer großen Liebe Jens-Peter zu rächen, lässt Nele sich von Schurkin Olga ein Skelett und Krallen aus Adamantium verpassen.“ Das ist so ungefähr der Inhalt von „X-Men Origins: Wolverine“, einem Werk, das meinen aktuellen Gefühlen sehr nahekommt.

Um mich zu abzuregen, habe ich eine beruhigende Home-Challenge erfunden. Gab es so garantiert noch nicht, jedenfalls nicht bei mir Zuhause: Ich tue Dinge dorthin, wo sie hingehören, selbst wenn das in einem anderen Raum sein sollte. Ich finde zum Beispiel in der Küche ein Haargummi nehme es, gehe ins Bad und lege es dort in der Haargummi-Schale ab. Verrückte Welt.

Zwischendurch denke ich an die Zukunft: Wir alle haben uns verändert während des Lockdowns, saßen zuhause, waren irgendwie introvertiert und haben uns beim Serien-Gucken auf uns selber und unsere Lieblingshelden eingegroovt. Was wird es geben, wenn wir wieder aufeinandertreffen und uns die Meinungen, Anregungen und Ratschläge echter Menschen anhören müssen? Unter Umständen ein großes Geraffel. Im besseren Fall einfach etwas Wunderbares.

© Nele Nielsen

Weitere News

Empfehlungen der Redaktion

Kolumne

Nele Nielsen: Ready für die nächste Runde, Babes?

Kolumne

Nele Nielsen: Männer im Frühling

Kolumne

Nele Nielsen: Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling

Kolumne

Nele Nielsen: Oben ohne! Oben mit!

Kolumne

Nele Nielsen: Let’s go wild!

Kolumne

Nele Nielsen: Auf dem Dorf

Kolumne

Nele Nielsen: Die drei Besten

Kolumne

Nele Nielsen: Alles easy peasy!