Neues Spiel, neues Glück!

26.03.2021 Hello, liebe Liebe-Suchende! Nicht aufgeben! Im Frühling können die unglaublichsten Dinge geschehen, man muss nur die Angel auswerfen…

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Corona hin oder her, die sehnsüchtigen Herzen sind wieder unterwegs. Die Märzenlüfte machen wuschig und also treibe auch ich mich mal wieder auf den Online-Liebesbörsen herum. Es ist wie Angeln: ich akzeptiere, dass kein leckerer Fisch unterwegs ist, aber auch nur am Ufer sitzen und in die Gegend gucken hat ja was. Wenn mir langweilig wird oder es Frösche vom Himmel regnet, gehe ich schnell wieder nach Hause und suche mir ein neues Hobby. Zum Beispiel Privatdetektivin spielen, ich kann nämlich erstklassig Leuten auf der Spur bleiben…

da gibt es zum Beispiel einen 50jährigen Herrn in der schönen Rubrik „Kennenlernen“ der ZEIT. Ich verfolge sein Tun schon seit längerem und habe seine sehr ausführliche Anzeige hier vor zwei Jahren schon mal präsentiert. Ich dampfe zur Erinnerung zusammen: „Individualist, Ästhet, Ethiker, ernsthaft, aber humorvoll, erstrebt die Bekanntschaft einer charmanten jungen Dame bis 37, ohne Anhang, ohne großes Vorleben (Liaisons), schlank und zierlich, sportlich, gepflegt, ohne viel Schmuck und Schminke, kein Jeans-Typ, keine Disco-Gängerin, keine Popmusik-Anhängerin, eine Dame von sauberer Denkweise und edler Gesinnung.“ Das ist natürlich anspruchsvoll, so sehr viele durchtrainierte Klosterschwestern laufen ja nicht frei herum. Das Inserat erschien jedenfalls gleichlautend wieder und wieder, bis es irgendwann letztes Jahr verschwand.

Wir waren nicht direkt Freunde geworden, der Monsieur und ich - aber so etwas wie gute Bekannte, zumindest von meiner Seite aus. Ich spürte: er hat nicht aufgegeben, er geht nur in sich. Und tatsächlich, seit einer Woche leuchtet seine Anzeige wieder aus dem kargen Gestrubbel der anderen ZEIT-Suchenden hervor. Es scheint ganz der alte Text zu sein, aber aufgepasst! Ich bin wohl die Einzige, die erkennt, wie fein da überarbeitet wurde: „Zierlich“, „ohne viel Schmuck“ und „keine Popmusikanhängerin“ wurden ersatzlos gestrichen. Das ist klug – denn auch wer hin und wieder einen frischen Popsong hört, und dabei gleich mehrere Armbändchen ums etwa zu starke Handgelenk trägt, kann ja von sauberer Denkweise sein. In jedem Fall ist mein alter Bekannter über seinen Schatten gesprungen, trotz des Stocks im Arsch. Ich rufe „bravo!“ Würden wir alle unsere partnerschaftlichen Ansprüche etwas senken, kämen wir schneller ans Ziel.  

Ich bleibe am Ball, mein nächstes Date ist schon in der Planung – auf einer riesigen Picknickdecke. Mit ordentlich Abstand und begrenzt auf eine Dreiviertelstunde. Speed-Picnicing, eine schöne Geschäftsidee, die ich hiermit freigebe.  

© Nele Nielsen

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