Action!

28.05.2021 Für alle, die sich danach sehnen, einfach mal abzuhauen: das geht! Oder man bleibt zuhause und kontrolliert Sachen.

Flucht mit quietschenden Reifen - fast wie im MGM-Filmklassiker "Thelma & Louise" mit Susan Sarandon & Geena Davis. © picture alliance / dpa / kpa | 90061

Hier etwas für alle geplagten Tierchen, die bang der nächsten Nach-Corona-Familienfeier entgegensehen: Jüngst blickte eine Freundin an ihrem Geburtstag (immer Anfang 40) aus dem Fenster, als sie etwas Grelles aufs Haus zumarschieren sah. Das Schlimme kleidet sich ja gerne in böse Farben, in diesem Fall war es die nicht eingeladene Schwiegermutter in Neongelb. Die Freundin (ansonsten gütig und verzeihend) hält seit Jahren weiträumigen Abstand zu ihr, aus Gründen. Nun muss erwähnt werden, dass die Freundin auf dem Land lebt und ihr Auto stets direkt vor dem Haus parkt. Auf dem Lande bedeutet das: „ich bin da, frisch angeklopft und herein, Käffchen kommt sofort.“ Gleich also würde das Schlimme pochen, nein, es tat es bereits, die Haustür war verstellt und der Fluchtwagen nicht mehr unbemerkt zu erreichen. Hier die schöne, nun folgende Filmsequenz: die Freundin jagt ins Zimmer des Sohnes, instruiert ihn binnen Sekunden, hechtet mit seinem Schlüsselbund aus dem Fenster und prescht hinterm Haus über die Hecke zur Straße. Dort steht etwas abseits der Wagen des Kindes, sie entkommt mit quietschenden Reifen und cruist in euphorischer Thelma & Louise-Stimmung durchs Land. Langsame Ausblende, Stimme aus dem Off: “Der beste Geburtstag überhaupt! Ich werde älter, aber egal, ich kann noch aus dem Fenster springen und dem Bösen entkommen. Freiheit!“ Das wollen wir uns merken. Denn sicher lassen sich vertrackte Situationen auch mit freundlicher Kommunikation lösen, aber manchmal ist eine geschmeidige Flucht einfach der feschere Weg.

Dann habe ich noch meinen Stromstand abgelesen. Dolle Sache das, ich habe wieder etwas über andere Leute und mich gelernt. Die Elektrizitätswerke schicken eine Karte, da trägt man die Zahlen vom Stromzähler ein und schickt die Karte ans E-Werk zurück. Vorher reißt man noch den „Kontrollbeleg“ ab, einen kleinen Schnipsel, auf dem man den Stromstand ein zweites Mal einträgt, nur für sich, um, jawohl, die Kontrolle zu behalten. Ich kenne Menschen, die haben gerne die Kontrolle. Die mögen diese Action, ihre Kassenbons zu überprüfen oder eben, ob das Elektrizitätswerk auch alles richtig berechnet und nicht versehentlich (oder mit Absicht!) ganz andere Zahlen zu Grunde legt. Man kann nie wissen, was die Luder vom E-Werk für Tricks in der Schublade haben, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Nun, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Ich persönlich fahre mit einem vertrauensvollen Nickerchen hin und wieder am besten. Genau das empfehle ich jetzt auch, so wird der verregnete Mai doch noch zu etwas Schönem.

© Nele Nielsen

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