Männer – eine tolle Sache

06.11.2020 Das muss man mal sagen dürfen: Männer sind Präsidenten und Cowboys, wissen Bescheid und können den Mund halten, wenn es drauf ankommt.

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So, jetzt ist es passiert. Als ich heute aufwachte, hatte ich nicht die geringste Ahnung, welcher Tag es war und auch kein Interesse daran, es herauszufinden. Ein astreiner Corona-Kater. Im Internet war die politische Weltlage weiterhin unklar. Das Ganze und ich standen eindeutig unter dem Motto des guten alten Cowboysongs ‚The Old Chisholm Trail‘: „Sattelt eure Pferde, Jungs, und sattelt sie gut, denn ich denke, das Vieh hat sich auf den Weg zur Hölle gemacht."

Später kroch ich vor die Haustür, mal sehen, ob Draußen nicht doch noch was Angenehmes zu erleben war. Sekunden später flog ein Hund, etwa so groß wie ein Kalb, über mein Gartentor, mir quasi auf die Füße und fletschte die Zähne. Vor der Pforte stand der Besitzer des Tieres. Ich verrate nicht, welche Nationalität der Mann hatte, das wäre politisch unkorrekt. Aber so viel kann ich andeuten: es war ein weißer, alter, kleiner, dicker Mann und sein Deutsch war einwandfrei. „Wenn Sie nicht wollen, dass jemand auf ihr Grundstück springt, dann müssen Sie ihren Zaun eben höher machen!“, brüllte er. Natürlich hatte er Recht. Man wundert sich immer wieder, warum die Leute so nachlässig sind. Ein anständiger Gartenzaun ist mindestens zwei Meter hoch und wer das anders sieht, muss sich wahrhaftig nicht wundern, wenn ständig Motorradspringer oder imposante Tiere vor seiner Haustür landen.

An und für sich wollte ich heute lieber über meine neue Bettgeschichte mit einem Lokomotivführer schreiben. Aber die ist noch nicht so weit. Der Lokführer, den ich kenne, ist nämlich noch gar kein richtiger Lokführer, sondern schon zweimal durch die Prüfung gefallen. Heute wiederholt er sie zum dritten Mal und ist zu nervös, um an etwas Anderes zu denken. Die Lokführerprüfung ist eine Sache für sich. Grooven wir uns kurz ein, wenn wir zusammenhalten, schaffen wir es, die folgende Frage zu Ende zu lesen. Also: „Ein Zug ist nach Vorbeifahrt an einem Fahrt zeigenden Hauptsignal (Durchhalten!) wegen einer PZB-Störung durch eine Zwangsbremsung zum Halten gekommen. Wie stimmt der Fahrdienstleiter der Weiterfahrt zu?“ Antwort: „Durch Befehl 2“. Wir lernen: Lokführer werden nicht fürs Quatschen bezahlt. Andere Berufe, bei denen man mit Schweigen weiterkommt: Soldat, Cowboy und Spion.

Und jetzt muss ich los, für 50 Euro Lebkuchen kaufen. Eigentlich ist es noch etwas früh für Weihnachtsgebäck - aber besondere Tages- und Weltgeschehnisse erfordern nun mal süßes Zeug, das nach Umarmung schmeckt.

© Nele Nielsen

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