Purer Balsam: Werkschau von Wooden Peak

11.03.2021 Versonnen und entspannt : Mit dem Album «Electric Versions» schauen Wooden Peak zurück.

Wooden Peak halten die wirbelnde Welt ein wenig an. Foto: Nikolas Fabian Kammmerer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Elektro-akustischer Pop, der zugleich entspannt und spannend klingt: Dafür steht schon seit gut einem Jahrzehnt das Duo Wooden Peak aus Leipzig.

Mit ihrem neuen Album «Electric Versions» (Teleskop) präsentieren Jonas Wolter und Sebastian Bode nun eine gelungene Werkschau. Smarte Musik, die in ihren besten Momenten an die bayerischen Indietronica-Kollegen The Notwist erinnert.

Die Retrospektive mit elektrifizierten Versionen ausgesuchter Stücke enthält neun angenehm vor sich hin summende und pluckernde Songs, von denen vier dem ebenfalls sehr schönen Vorgänger «Yellow Walls» (2019) entstammen. «Eine Band des leisen Überschwangs» nennt sie das Label - die Beschreibung trifft es gut, denn diese zunächst unspektakulär daherkommenden Lieder bezaubern nach und nach den Hörer, während Fans kurzer, lauter Reize womöglich irgendwann abschalten.

Wolter (Gesang, Gitarre, Fußorgel) und Bode (Gesang, Schlagzeug, Keyboard, Elektronik) verbrachten ihre Jugend gemeinsam in Rostock, bevor sie aus künstlerischen Gründen nach Leipzig zogen. Das Debütalbum «Frog» erschien 2009. Neben The Notwist ist der Post-Rock von Tortoise als Vergleich zu nennen - diese US-Band begleiteten Wooden Peak als Opener auf ihrer Tournee 2016.

Die Duo-Besetzung wurde für «Electric Versions» um Posaune und Bassklarinette (Wencke Wollny/Antonia Hausmann) ergänzt - damit wird nun an der Schnittstelle von angefrickeltem Elektro-Pop und leisem Indie-Folk weitermusiziert. Gerade in Zeiten einer nervenaufreibenden Pandemie wirkt diese versonnene, reduzierte Platte von Wooden Peak wie purer Balsam.

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